Glossar – Psychotherapie, Sportpsychologie & Coaching

Psychologisches Wissen verständlich erklärt

Unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen beeinflussen nicht nur unsere psychische Gesundheit, sondern auch unsere körperliche Leistungsfähigkeit, Motivation und Lebensqualität.

Dieses Glossar erklärt zentrale Fachbegriffe aus Psychotherapie, Psychologie, Sportpsychologie und Coaching. Es bietet Orientierung bei psychischen Beschwerden und vermittelt Wissen über persönliche Entwicklung, mentale Stärke und nachhaltige Verhaltensänderungen.

A

Abnehmblockade
Eine Abnehmblockade beschreibt Schwierigkeiten bei der Gewichtsreduktion. Neben körperlichen und ernährungsbezogenen Faktoren können Stress, emotionale Belastungen, Schlafmangel und ungünstige Gewohnheiten eine Rolle spielen.
Achtsamkeit
Achtsamkeit bezeichnet die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks, ohne Gedanken und Gefühle unmittelbar zu bewerten. Sie kann helfen, Stress besser zu regulieren und eigene Verhaltensmuster zu erkennen.
ADHS
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die unter anderem mit Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbstorganisation verbunden sein kann. ADHS kann auch im Erwachsenenalter bestehen.
Agoraphobie
Agoraphobie bezeichnet eine Angststörung, bei der Betroffene bestimmte Situationen vermeiden, weil sie befürchten, im Falle einer Panik oder anderer belastender Symptome nicht entkommen oder keine Hilfe erhalten zu können.
Angststörung
Angststörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen übermäßige oder anhaltende Ängste das alltägliche Leben beeinträchtigen. Häufig entstehen Vermeidungsverhalten und körperliche Stressreaktionen.
Anorexia nervosa
Anorexia nervosa, auch Magersucht genannt, ist eine schwerwiegende Essstörung, die unter anderem durch eine erhebliche Einschränkung der Nahrungsaufnahme, ein deutlich zu niedriges Körpergewicht und eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme gekennzeichnet ist.
Antriebslosigkeit
Antriebslosigkeit beschreibt eine verminderte Fähigkeit, Aktivitäten zu beginnen oder fortzuführen. Sie kann beispielsweise bei Depressionen, chronischer Erschöpfung oder körperlichen Erkrankungen auftreten.
Anpassungsstörung
Eine Anpassungsstörung ist eine psychische Reaktion auf belastende Lebensereignisse oder Veränderungen, beispielsweise Trennung, Arbeitsplatzverlust oder schwere Erkrankungen.

B

Belastungsreaktion
Eine Belastungsreaktion beschreibt psychische und körperliche Reaktionen auf außergewöhnliche oder anhaltende Belastungen. Dazu können Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und emotionale Überforderung gehören.
Bewegungsmotivation
Bewegungsmotivation umfasst die inneren und äußeren Beweggründe, die Menschen dazu veranlassen, körperlich aktiv zu werden und regelmäßig Sport zu treiben.
Binge-Eating-Störung
Die Binge-Eating-Störung ist eine Essstörung, bei der wiederholt Essanfälle mit erlebtem Kontrollverlust auftreten, ohne dass regelmäßig kompensatorische Maßnahmen wie selbst herbeigeführtes Erbrechen folgen.
Body Dysmorphia
Die körperdysmorphe Störung ist durch eine intensive Beschäftigung mit vermeintlichen oder geringfügigen Makeln des eigenen Aussehens gekennzeichnet. Sie kann zu erheblichem Leidensdruck und Vermeidungsverhalten führen.
Bulimia nervosa
Bulimie ist eine Essstörung, die durch wiederkehrende Essanfälle und kompensatorische Verhaltensweisen wie Erbrechen, Fasten oder übermäßige körperliche Aktivität gekennzeichnet sein kann.
Burnout
Burnout bezeichnet ein Syndrom infolge chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Stresses am Arbeitsplatz. Typische Merkmale sind Erschöpfung, zunehmende Distanz zur Arbeit und verminderte berufliche Leistungsfähigkeit.

C

Coaching
Coaching ist ein ziel- und lösungsorientierter Beratungsprozess, der Menschen dabei unterstützt, persönliche oder berufliche Herausforderungen zu bewältigen, Potenziale zu entfalten und Veränderungen anzustoßen. Coaching dient nicht der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Coping
Coping bezeichnet Strategien zur Bewältigung von Stress, Konflikten und belastenden Lebenssituationen. Dabei wird zwischen problemorientierten und emotionsorientierten Bewältigungsstrategien unterschieden.

D

Depression
Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die unter anderem durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, verminderte Freude und Antriebsminderung gekennzeichnet sein kann.
Disziplin
Disziplin beschreibt die Fähigkeit, das eigene Verhalten auch bei nachlassender Motivation an längerfristigen Zielen auszurichten. Sie kann durch feste Routinen und geeignete Rahmenbedingungen unterstützt werden.
Dissoziation
Dissoziation bezeichnet eine zeitweilige Veränderung oder Unterbrechung der normalen Integration von Wahrnehmung, Bewusstsein, Erinnerung oder Identität. Sie kann unter anderem im Zusammenhang mit starken Belastungen auftreten.

E

Emotionales Essen
Emotionales Essen bezeichnet die Nahrungsaufnahme als Reaktion auf Gefühle wie Stress, Frustration, Einsamkeit oder Langeweile. Dabei steht nicht unbedingt körperlicher Hunger im Vordergrund.
Emotionsregulation
Emotionsregulation umfasst die Fähigkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und angemessen zu beeinflussen.
Entspannungsverfahren
Entspannungsverfahren sind Methoden zur Verringerung körperlicher und psychischer Anspannung. Beispiele sind progressive Muskelentspannung, Atemübungen und autogenes Training.
Essstörung
Essstörungen sind psychische Erkrankungen, die durch auffällige und belastende Veränderungen des Essverhaltens gekennzeichnet sind. Zu den bekanntesten Formen gehören Magersucht, Bulimie und die Binge-Eating-Störung.
Exposition
Exposition ist ein psychotherapeutisches Verfahren, bei dem sich Betroffene gezielt mit angstauslösenden Situationen oder Reizen auseinandersetzen. Ziel ist es, neue Lernerfahrungen zu ermöglichen und Vermeidungsverhalten abzubauen.

F

Flashback
Ein Flashback bezeichnet das unwillkürliche Wiedererleben belastender oder traumatischer Erfahrungen, das sich besonders real und gegenwärtig anfühlen kann.
Frustrationstoleranz
Frustrationstoleranz beschreibt die Fähigkeit, Enttäuschungen, Rückschläge und unangenehme Gefühle auszuhalten, ohne unmittelbar aufzugeben oder impulsiv zu reagieren.

G

Gedankenkreisen
Gedankenkreisen beschreibt wiederkehrende Gedanken, die sich häufig um Sorgen, Probleme oder belastende Ereignisse drehen und schwer zu unterbrechen sind.
Generalisierte Angststörung
Die generalisierte Angststörung ist durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche gekennzeichnet. Häufig treten zusätzlich körperliche Anspannung, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auf.
Gewohnheitsbildung
Gewohnheitsbildung beschreibt den Prozess, bei dem wiederholte Verhaltensweisen zunehmend automatisiert werden. Sie spielt eine wichtige Rolle für regelmäßige Bewegung, Ernährung und nachhaltige Verhaltensänderungen.
Grübeln
Grübeln bezeichnet wiederholtes, häufig wenig lösungsorientiertes Nachdenken über Probleme, eigene Fehler oder negative Erfahrungen.

H

Hilflosigkeit
Hilflosigkeit beschreibt das subjektive Gefühl, eine belastende Situation nicht beeinflussen oder kontrollieren zu können.
Hypochondrische Störung
Die hypochondrische Störung ist durch eine anhaltende Beschäftigung mit der Befürchtung gekennzeichnet, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden. In aktuellen Diagnosesystemen werden entsprechende Beschwerden differenzierter eingeordnet.

I

Impulskontrolle
Impulskontrolle bezeichnet die Fähigkeit, spontane Handlungsimpulse zu regulieren und das eigene Verhalten an längerfristigen Zielen auszurichten.
Intrinsische Motivation
Intrinsische Motivation entsteht, wenn eine Tätigkeit aufgrund von Interesse, Freude oder persönlicher Bedeutung ausgeübt wird.

K

Kognitive Verhaltenstherapie
Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes psychotherapeutisches Verfahren, das sich mit dem Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten beschäftigt.
Konzentration
Konzentration bezeichnet die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit gezielt auf eine Aufgabe zu richten und störende Reize auszublenden.
Körperbild
Das Körperbild beschreibt die subjektive Wahrnehmung, Bewertung und emotionale Einstellung zum eigenen Körper.
Körperdysmorphe Störung
Die körperdysmorphe Störung ist durch eine übermäßige Beschäftigung mit vermeintlichen Makeln des äußeren Erscheinungsbildes gekennzeichnet.
Krisenintervention
Krisenintervention umfasst kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung und Unterstützung von Menschen in akuten psychischen Belastungssituationen.

L

Leistungsangst
Leistungsangst beschreibt die Befürchtung, in einer Prüfung, einem Wettkampf oder einer anderen Leistungssituation zu versagen.
Leistungsdruck
Leistungsdruck entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen. Übermäßiger Leistungsdruck kann Konzentration und Wohlbefinden beeinträchtigen.
Leistungspsychologie
Die Leistungspsychologie beschäftigt sich mit psychologischen Faktoren, die menschliche Leistung beeinflussen, beispielsweise Motivation, Aufmerksamkeit, Selbstregulation und den Umgang mit Druck.

M

Mentale Blockade
Eine mentale Blockade beschreibt eine subjektiv erlebte Einschränkung der Handlungs- oder Leistungsfähigkeit, die beispielsweise durch Angst, Stress oder negative Erwartungen entstehen kann.
Mentale Stärke
Mentale Stärke beschreibt die Fähigkeit, auch unter Belastung konzentriert, handlungsfähig und zielorientiert zu bleiben.
Motivation
Motivation umfasst psychologische Prozesse, die menschliches Verhalten auslösen, ausrichten und aufrechterhalten.
Motivationsverlust
Motivationsverlust bezeichnet eine nachlassende Bereitschaft, Ziele oder Aktivitäten weiterzuverfolgen. Mögliche Ursachen sind Überforderung, fehlende Erfolgserlebnisse und psychische Belastungen.
Muskeldysmorphie
Muskeldysmorphie bezeichnet eine Form körperdysmorpher Symptomatik, bei der Betroffene ihren Körper trotz ausgeprägter Muskulatur als zu wenig muskulös wahrnehmen.

N

Negative Glaubenssätze
Negative Glaubenssätze sind verfestigte Überzeugungen über die eigene Person oder Umwelt, beispielsweise „Ich bin nicht gut genug“. Sie können Gefühle und Verhalten beeinflussen.
Neuroplastizität
Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Funktionsweise durch Erfahrungen, Lernen und Training zu verändern.

P

Panikattacke
Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Episode intensiver Angst mit Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder Zittern.
Panikstörung
Die Panikstörung ist durch wiederkehrende, unerwartete Panikattacken und anhaltende Sorgen über weitere Attacken oder deren Folgen gekennzeichnet.
Perfektionismus
Perfektionismus beschreibt das Streben nach besonders hohen Standards. Problematisch kann er werden, wenn Fehler als persönliches Versagen bewertet werden.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Die posttraumatische Belastungsstörung kann nach traumatischen Erlebnissen auftreten. Typische Merkmale sind belastendes Wiedererleben, Vermeidung, anhaltendes Bedrohungserleben und Veränderungen der emotionalen Verarbeitung.
Prokrastination
Prokrastination bezeichnet das wiederholte Aufschieben wichtiger Aufgaben, obwohl dadurch negative Konsequenzen entstehen können.
Psychotherapie
Psychotherapie bezeichnet die gezielte Behandlung psychischer Erkrankungen mit wissenschaftlich begründeten psychologischen Verfahren.

R

Regeneration
Regeneration beschreibt körperliche und psychische Erholungsprozesse nach Belastungen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und sportliche Leistungsfähigkeit.
Resilienz
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, sich an belastende Lebensumstände anzupassen und psychische Krisen zu bewältigen.
Rückfallprävention
Rückfallprävention umfasst Maßnahmen, die helfen sollen, erreichte Veränderungen langfristig aufrechtzuerhalten und Rückfällen vorzubeugen.

S

Schlafstörung
Schlafstörungen umfassen unterschiedliche Beeinträchtigungen des Schlafes, beispielsweise Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder nicht erholsamen Schlaf.
Selbstdisziplin
Selbstdisziplin beschreibt die Fähigkeit, kurzfristige Impulse zugunsten längerfristiger Ziele zu regulieren.
Selbstregulation
Selbstregulation bezeichnet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen und Verhalten entsprechend eigener Ziele und situativer Anforderungen zu steuern.
Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung, durch eigenes Handeln Herausforderungen bewältigen und Ziele erreichen zu können.
Selbstwertgefühl
Das Selbstwertgefühl beschreibt die subjektive Bewertung der eigenen Person.
Soziale Angststörung
Die soziale Angststörung ist durch eine ausgeprägte Angst vor negativer Bewertung in sozialen Situationen gekennzeichnet.
Somatoforme Beschwerden
Somatoforme Beschwerden umfassen körperliche Symptome, die mit erheblichem Leidensdruck verbunden sind und bei denen psychologische Faktoren eine Rolle spielen können. Die diagnostische Einordnung unterscheidet sich zwischen ICD-10 und ICD-11.
Sportpsychologie
Die Sportpsychologie beschäftigt sich mit psychologischen Prozessen im Zusammenhang mit Bewegung, Training, sportlicher Leistung und Wohlbefinden.
Stress
Stress bezeichnet eine körperliche und psychische Reaktion auf Anforderungen, die als herausfordernd oder belastend wahrgenommen werden.
Stressregulation
Stressregulation umfasst Strategien zur Beeinflussung und Bewältigung psychischer und körperlicher Stressreaktionen.
Suchtverhalten
Suchtverhalten bezeichnet Verhaltensmuster, die durch eingeschränkte Kontrolle, starkes Verlangen und die Fortsetzung trotz negativer Folgen gekennzeichnet sein können.

T

Trauma
Ein psychisches Trauma kann entstehen, wenn ein Mensch einem extrem bedrohlichen oder erschütternden Ereignis ausgesetzt ist. Nicht jede traumatische Erfahrung führt zu einer Traumafolgestörung.
Traumafolgestörung
Traumafolgestörungen sind psychische Erkrankungen, die nach traumatischen Erfahrungen auftreten können. Dazu gehört beispielsweise die posttraumatische Belastungsstörung.
Trainingsmotivation
Trainingsmotivation beschreibt die Bereitschaft, körperliche Aktivität aufzunehmen und langfristig fortzuführen.

U

Überforderung
Überforderung entsteht, wenn die wahrgenommenen Anforderungen die verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen.

V

Verhaltensänderung
Verhaltensänderung bezeichnet den Prozess, bestehende Gewohnheiten und Handlungsmuster bewusst zu verändern.
Vermeidungsverhalten
Vermeidungsverhalten beschreibt das Ausweichen vor Situationen, Gedanken oder Gefühlen, die als unangenehm oder bedrohlich erlebt werden.
Versagensangst
Versagensangst bezeichnet die ausgeprägte Befürchtung, Anforderungen nicht gerecht zu werden oder negativ bewertet zu werden.
Visualisierung
Visualisierung ist eine mentale Technik, bei der Bewegungsabläufe, Situationen oder gewünschte Handlungen gedanklich vorgestellt werden. Sie wird unter anderem in der Sportpsychologie eingesetzt.

W

Wettkampfangst
Wettkampfangst beschreibt psychische und körperliche Anspannung im Zusammenhang mit sportlichen Leistungssituationen.
Willenskraft
Willenskraft bezeichnet die Fähigkeit, eigene Handlungen trotz konkurrierender Impulse oder kurzfristiger Versuchungen an übergeordneten Zielen auszurichten.

Z

Zielsetzung
Zielsetzung bezeichnet die bewusste Festlegung angestrebter Ergebnisse. In der Sportpsychologie wird zwischen Ergebnis-, Leistungs- und Prozesszielen unterschieden.
Zwangsgedanken
Zwangsgedanken sind wiederkehrende, aufdringliche Gedanken, Bilder oder Impulse, die häufig als belastend erlebt werden.
Zwangshandlungen
Zwangshandlungen sind wiederholte Verhaltensweisen oder mentale Handlungen, die Betroffene ausführen, um Angst oder innere Anspannung zu reduzieren.
Zwangsstörung
Eine Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der belastende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen auftreten, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können.

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